Liftarten
Plattformlift
Für Rollstuhlfahrer ohne Umstieg auf einen Sitz.
- BauformPlattform statt Sitz
- EignungRollstuhlnutzer ohne Umstieg
- PlatzbedarfHöher als Sitzlift
- TragkraftMeist höher als Sitzlift-Modelle
Kurz gesagt
Plattformlifte ermöglichen Rollstuhlnutzern die Fahrt ohne Umstieg, benötigen aber mehr Platz an der Treppe als ein klassischer Sitzlift.
Was dahinter steckt
Ein Plattformlift transportiert Personen stehend oder direkt im Rollstuhl auf einer ebenen Plattform entlang der Treppe, ohne dass ein Umstieg auf einen separaten Sitz nötig ist. Er zählt zu den größeren Liftarten, weil die Plattform mitsamt Rollstuhl deutlich mehr Fläche benötigt als ein klappbarer Sitz, und richtet sich an Menschen, denen der Umstieg aus dem Rollstuhl nicht mehr möglich oder aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar ist. Für Sicherheit während der Fahrt sorgen eine seitliche Auffahrsicherung, Rollstopps und meist ein Geländer oder eine Klapptür an der Plattform.
Weil die Plattform mehr Treppenbreite beansprucht als ein Sitzlift, ist ein sorgfältiges Aufmaß besonders wichtig; in engen Fluren oder bei sehr schmalen Treppen stößt die Bauform an bauliche Grenzen. Preislich bewegen sich Plattformlifte laut Marktbeobachtung zwischen rund 10.000 Euro bei gerader Schiene und bis zu 25.000 Euro bei kurviger Schiene, deutlich über den Kosten eines vergleichbaren Sitzlifts. Auch hier gilt: Bei anerkanntem Pflegegrad deckt der Zuschuss der Pflegekasse einen Teil der Kosten, ergänzend lässt sich der KfW-Kredit 159 nutzen.
Im Vergleich zum Sitzlift entfällt beim Plattformlift der Umstieg, dafür ist er teurer und platzintensiver. Reicht der verfügbare Platz an der Treppe nicht aus, kann ein Hublift für einzelne Stufen oder ein Homelift für mehrere Etagen die bessere Alternative sein.
Kennzahlen
| Bauform | Plattform statt Sitz |
|---|---|
| Eignung | Rollstuhlnutzer ohne Umstieg |
| Platzbedarf | Höher als Sitzlift |
| Tragkraft | Meist höher als Sitzlift-Modelle |
Passt das zu mir?
Geeignet für Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer, die nicht auf einen separaten Sitz umsteigen können oder wollen, sowie für Personen, die stehend sicherer sind als beim Sitzen. Weniger geeignet bei sehr schmalen Treppen oder Fluren, in denen die breitere Plattform den Durchgang für andere Personen dauerhaft blockieren würde.
Worauf Sie achten sollten
- Verfügbare Treppen- und Flurbreite vor der Bestellung genau vermessen lassen, auch am oberen und unteren Treppenabsatz.
- Maximale Plattformgröße und Tragkraft mit Rollstuhlmodell und Körpergewicht abgleichen.
- Klappmechanismus der Plattform prüfen, damit die Treppe bei Nichtgebrauch für andere frei bleibt.
- Fluchtweg- und Brandschutzvorgaben des Gebäudes mit dem Anbieter abklären, besonders in Mehrfamilienhäusern.
Fragen und Antworten
Wie viel mehr Platz braucht ein Plattformlift gegenüber einem Sitzlift?
Die Plattform ist so bemessen, dass ein Rollstuhl komplett darauf Platz findet, weshalb deutlich mehr Treppen- und Wandbreite nötig ist als bei einem klappbaren Sitz; das genaue Maß liefert das Aufmaß vor Ort.
Kann ein Plattformlift auch bei einer kurvigen Treppe eingebaut werden?
Ja, Plattformlifte gibt es auch mit individuell gefertigter Kurvenschiene, allerdings zu einem deutlich höheren Preis und mit längerer Lieferzeit als bei geraden Modellen.
Ist eine Auffahrsicherung an der Plattform vorgeschrieben?
Sicherheitseinrichtungen wie Auffahrsicherung und Rollstopps sind bei modernen Plattformliften Standard und Teil der CE-Konformität nach der europäischen Maschinenrichtlinie.
Offizielle Quelle
Aroundhome – Treppenlift Kosten & Preise · Stand: 09/2026
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